Der Rittersprung in Ouren

Ein Raubritter war überaus verliebt in die Gemahlin des Ritters von Ouren. Sein Entschluss stand fest: "Die Geliebte von Ouren gehört DIR!" - und ein Fluchtplan wurde ausgearbeitet. Um einer eventuellen Verfolgung vorzubeugen, wurde das Ross neu beschlagen, aber die Hufeisen wurden verdreht, so dass die hinterbliebene Spur genau in die entgegengesetzte Richtung führte.

Wie auf einem Feste verabredet, trafen sich der Ritter und die Gnädigste von Ouren in der Dämmerung am Fuss der Burg. Er hob die Geliebte auf sein Ross und eilte davon. Die Flucht wurde bemerkt und die Verfolgung aufgenommen. Man hörte deutlich den Reiter mit den neuen Hufeisen über Steine und Felsen flüchten und da auf dem Felsen seine Hufeisen keine Spur hinterliessen, wurden sie eingeholt auf dem Hügel längs der Our. Die Gefangenschaft bedeutete für beide den sicheren Tod. Der mutige Ritter gab seinem Pferd die Sporen und alle drei stürtzten sich in die Tiefe. Ein gewaltiger Sprung von der Spitze des Felsens bis in die Our.

Die Fluten der Our sorgten für eine mehr oder weniger sanfte Landung, und wenn sich auch das treue Ross die Beine brach, so waren Reiter und Reiterin gerettet.

Heute kann man im Felsen eingemeisselt lessen "Fili Dei terogamus audi nos" (Sohn Gottes wir bitten Dich erhöre uns".
Der Ritter gelobte als Dank eine Kapelle an diesem Ort zu errichten.
Da er sein Gelöbnis nicht einhielt, wurde er vom Blitz erschlagen.

Der heutige Weg existierte damals noch nicht (von Stubach bis Ouren durchquerte man die Our siebenmal).